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Eröffnung von Wohnheim und Werkstatt

Auf dem Gelände der ehemaligen Bahlsen-Fabrik an der Stedinger Straße wird wieder gearbeitet: Werkstatt und Wohnheim des Baumhauses e. V. sind jetzt offiziell eröffnet worden, und das mit ganz großem Programm. Nicht nur die Vertreter des Vereinsvorstandes, der Stadt Oldenburg, der Bundesagentur für Arbeit, die Gründereltern, der Architekt und etliche weitere Vertreter sozialer Institutionen, sondern sogar die Landessozialministerin ist gekommen.

Geschäftsführerin Bettina gr. Darrelmann stellt zunächst kurz die Projektgeschichte dar: Vor drei Jahren stellten Eltern, deren Kinder den heilpädagogischen Zweig der Waldorfschule besuchen, sich die Frage, wie es denn nach dem Schulabschluss weiter gehen sollte. Überzeugt davon, dass ihre Kinder in einer Wohn- und Arbeitsgemeinschaft aus »Behinderten« und »Nicht-Behinderten« einen wichtigen Beitrag zum Gemeinwohl leisten können, entwarfen sie das Projekt Baumhaus, das nach vielen Schwierigkeiten und unter großem Einsatz aller Beteiligten jetzt Wirklichkeit werden konnte und Wohn- und Arbeitsstätten für 45 »Baumhäusler« geschaffen wurden.

Dass diese Gleichberechtigung zwischen Menschen mit und ohne Behinderung hier keine Worthülse ist, ist sofort zu erkennen. Die Aufgaben bei dieser Festveranstaltung, sind gleichermaßen verteilt, die Namensschilder weisen alle als Mitarbeiter aus. Und auf der Eröffnungsfeier geht es zu wie bei einer großen Preisverleihung: Jeder Redner, jede Rednerin wird eigens von einer Baumhäuslerin, einem Baumhäusler angekündigt. Nur dass die Gäste keine Preise erhalten, sondern ihrerseits Glückwünsche und Geschenke mitbringen.

Die Ministerin, Frau Ross-Luttmann, hat in Florian Ernst fast so etwas wie einen persönlichen Betreuer, der sich sehr aufmerksam um sie kümmert. Sie ist es natürlich auch, die die erste Gastrede hält und das sagt, was die nachfolgenden Redner zum großen Teil mit eigenen Worten noch einmal sagen. Sie lobt den Einsatz und das Durchhaltevermögen aller Beteiligten, die bei allen Widrigkeiten an ihrer Vision festhielten. Sie haben mit dem Baumhaus eine Einrichtung geschaffen, die Menschen mit Behinderung ein weitgehend selbstständiges und gleichberechtigtes Leben mit den so genannten Nicht-Behinderten ermöglicht. Gleichzeitig können ihre Eltern beruhigt loslassen.

Gerade diese letzten Punkte unterstreichen die beiden ergreifendsten Beiträge. Der erste kommt von zwei Gründermüttern, die, sekundiert von ihren beiden Söhnen, die vergangenen drei Jahre aus ihrer Sicht nachzeichnen und glaubhaft versichern, dass es ihre Kinder waren, die ihnen die Motivation zurückgaben, wenn sie am liebsten aufgegeben hätten. Der zweite kommt von einem Vater, der erst später dazugekommen ist und sofort die Geborgenheit spürte, die von diesem Ort ausgeht, genauso wie seine Tochter, die nach dem ersten Besuch der Anlage den Wunsch äußerte, hier zu arbeiten, und wenig später, hier auch zu wohnen.

Da passt es ins Bild, dass sich nach Aussage des Architekten sogar die Baufirmen von der Hoffnung anstecken ließen, viele Arbeiten ohne Garantie auf Bezahlung ausführten und großzügige Spenden leisteten.

Abgerundet wird die Eröffnung durch zwei Darbietungen des hauseigenen Chores, dessen Sängerinnen und Sänger ganz offensichtlich so viel Begeisterung mitbringen, wie es manchen Profis gut zu Gesicht stände.

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