5 Jahre Männergruppe in der Baumhaus Werkstatt

Seit fünf Jahren gibt es in der Baumhaus Werkstatt eine Männergruppe. Sie hat einen festen Stamm von zirka 15 Teilnehmern. Die meisten Männer sind Anfang, Mitte zwanzig. Sie wohnen und arbeiten in den Werkstätten auf dem Baumhausgelände. Einige pendeln täglich hierher. Unter Anleitung von Diplom-Sozialwissenschaftler Jens Brodauf fanden sich die Männer zu ihrem 100. Treffen ein. In den Händen halten sie persönliche Gegenstände, die einen Teil ihrer Männlichkeit ausdrücken.

Geschäftsführerin Bettina Unruh gratulierte und wünschte der Männergruppe mindestens 100 weitere Treffen.

Die Teilnehmer kommen in der gemeinsamen Gruppe an typische Männerthemen wie Arbeit, Freundschaft und Gefühle. Allgemeine Themen wie die Geschichte der Rockmusik oder der Sommer und seine Farben wurden aus Männersicht auch beleuchtet. Man fühlt sich in der Männergruppe aufgehoben und nimmt auch gerne an den gelegentlichen Ausflügen in Osternburg teil. Ziele waren hier unter anderem das Staatsarchiv, die Feuerwehrwache und der Jüdische Friedhof. Egal wo, die Männer werden freundlich empfangen und herumgeführt.

Die Exkursionen sind wichtig – schließlich wollen die meisten Männer nicht nur im Kreis sitzen und reden. Wichtig ist das gemeinsame Ankommen in der Gruppe mit einer Entspannung zu Beginn. Manchmal gibt es Rollenspiele oder Kurzreferate von einzelnen Teilnehmern.
Einmal im Jahr geht es zum Freizeitgelände in der Kampstraße und beim Fußball war schnell klar, dass ein Rollstuhlfahrer am besten für das Tor geeignet ist.

Die Männer stehen füreinander ein und unterstützen sich gegenseitig. Als es um persönliche Stärken gehen sollte, wurde schnell der Wunsch nach der Arbeit an den eigenen Schwächen geäußert. Das wiederum zeigt Stärke und hier setzt die Männerarbeit an: Auseinandersetzung mit sich selber und seiner Rolle, gestützt und geschützt in einer solidarischen Gruppe von Männern.

Text: Jens Brodauf

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